Sollen Schweizer Bürgerinnen und Bürger Waffen tragen?

Sollen Schweizer Bürgerinnen und Bürger Waffen tragen?

Von Bruno Buchs, 04.03.2017

Es geht hier unterschwellig um die Frage ob die Beauftragung des Staates  mit der Sicherheit und dem Schutz der Bevölkerung durch das Schweizer Volk bedeutet, dass der Bürger auf sein ureigenes Recht auf Selbstverteidigung im Notfall verzichten kann, ja gar soll? Im gleichen Atemzug stellt sich die Frage ob wir, das Schweizer Volk, durch die Sicherheitskräfte unseres Landes in den Städten und Dörfern, auf den Strassen und Wegen, in Boutiquen und Einkaufszentren, in Konzertsälen, Stadien, Flughäfen, Bahnhöfen und öffentlichen Gebäuden jederzeit, auch in akuten Bedrohungssituationen, tatsächlich ausreichend geschützt sind.

Schwere Raubüberfälle, Morde, brutale Vergewaltigungen und Entführungen sind in der Schweiz keine vernachlässigbar seltene „faits divers“:  sie finden hier und überall statt und es kann Jede und Jeden treffen. Entsetzliche terroristische Anschläge, wir erinnern uns an den Terrorakt im Bataclan in Paris,  haben in Nachbarländern die unschuldige Bevölkerung mit unsäglicher Brutalität getroffen. Das Risiko von Anschlägen war bekannt, wann und wo ein solcher stattfinden würde entdeckten die staatlichen Sicherheitsbehörden jedoch erst als fanatische Terroristen bereits Dutzende Menschen erschossen hatten.

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch die Schweiz das Ziel barbarischer Religionsfanatiker oder extremistischer Splittergruppen, welche sich über den schwarzen Markt bewaffnen, sein wird .

Das Volk hat also die Wahrung der Sicherheit und des Schutzes der Bürgerinnen und Bürger an den Staat delegiert. Dies darf aber nicht heissen, dass in einer Situation der unmittelbaren Bedrohung von Leib und Leben Frau Meier oder Madame Mermod, Signur Salis oder Signore Casagrande darauf verzichten, ihre Rechte auf Leben und Unversehrtheit – in Notwehr -,  selbst durchzusetzen. Unsere Verfassung und das Strafgesetzbuch sehen ja diese Rechte in Notsituationen explizit vor.

Nun genügt es aber nicht, Rechte niederzuschreiben, diese müssen auch tatsächlich durchgesetzt werden können. Darum verlangen besonnene, gesetzestreue und aufrechte Schweizerinnen und Schweizer das Recht, Waffen in der Öffentlichkeit tragen zu dürfen.

Es gibt nun Bevölkerungsteile sowie Politiker und Politikerinnen welche grundsätzlich gegen Waffen sind, sei es aus ethischen oder politischen  Gründen, im Einzelfall auch aufgrund von traumatischen persönlichen Ereignissen, z.B. im familiären Bereich.  Die Standpunkte dieser Minderheiten sind achtenswert, dürfen aber nicht allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern das Recht absprechen, sich adäquat gegen brachiale, animalische Gewalt durch Angreifer zu schützen, notwehrmässig auch mit Feuerwaffen, d.h. ihr verfassungsmässiges Recht auf Leben und Integrität selbst durchzusetzen, immer dann, wenn die staatlichen Sicherheitskräfte nicht zur Stelle sind.

Es gibt auch bei uns diesen Abschaum der Gesellschaft, für welchen das Töten von Menschen noch weniger bedeutet als einem Tier den Bolzen in den Kopf zu treiben oder die Kehle durchzuschneiden. Wer deren Willkür und Brutalität wehrlos erleiden will soll dies tun, darf  aber nicht von allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern verlangen, ohne Gegenwehr durch illegale Waffen Krimineller  oder Terroristen das Leben lassen zu müssen oder schwer verletzt zu werden.

Gegner des Waffentragrechtes unterstellen,  dass die Gewalttaten steigen werden weil die Gewaltbereitschaft von Waffentragenden steigen würde oder Fehlreaktionen und Unfälle passieren könnten. Ferner wird unterstellt, dass Waffenträger nicht in der Lage seien, extreme Situationen beurteilen zu können oder gar die Lagebeurteilung  für die dann doch noch eintreffenden Sicherheitskräfte zu erschweren.

Dem halten wir entgegen, dass nicht jedermann unbesehen erlaubt sein soll, eine Waffe sein Eigen nennen und diese in der Öffentlichkeit tragen zu dürfen.  Dies ist übrigens auch heute schon beim einfachen Waffenerwerbschein nicht der Fall, für den die restriktive Bedingungen des derzeitigen Waffengesetzes gelten, welche den Waffenerwerb regulieren und nur unbescholtenen Bürgerinnen und Bürgern erlauben, Waffen zu erwerben. –  Vielmehr soll es denjenigen Bürginnen und Bürgern, die dies wollen, erlaubt sein, unter strikten Voraussetzungen und Bedingungen eine Waffe zu tragen, d.h.  erst nach einer angemessenen Ausbildung in einem zugelassenen Schiessverein.

Wir wollen keine bewaffneten Hitzköpfe auf den Strassen, dafür ist in der Schweizerischen Kultur und Tradition im verantwortungsvollen Umgang mit Waffen kein Platz, sondern das Waffentragen nur verantwortungsbewussten, gesetzestreuen und gutausgebildeten Mitbürgerinnen und Mitbürgern gestatten, die notfalls, ja notfalls, bereit und fähig sind, als ultima ratio,  von der Schusswaffe im Rahmen des Gesetzes Gebrauch zu machen um sich und Mitbürger an Leib und  Leben gegen unmittelbare extreme Gefahr zu schützen. Dies immer dann, wenn die staatlichen Sicherheitskräfte nicht am Ort des Geschehens sind.

Wir wollen jedenfalls nicht, dass wie z.B. im Bataclan Attentat, unschuldige Bürgerinnen und Bürger abgeschlachtet werden weil die Polizeieinsatzgruppen nicht sofort zur Stelle waren und niemand im Publikum bewaffnet war.

Jeder Mensch hat das Recht auf Leben und Unversehrtheit. Dies darf nicht nur eine schöngeistige Deklamation bleiben. Dieses Recht muss auch durchgesetzt werden können.

Der Waffentragschein für Bürgerinnen und Bürger ist, ganz im Gegenteil zur nutzlosen EU Direktive 2017/853, welche das Ziel der Terrorismusbekämpfung völlig verfehlt, ein sinnvoller Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung und entspricht der in unserem Volk tief verankerten Schweizerischen Kultur und Tradition eines liberalen Waffenwesens dessen Essenz der verantwortungsvolle Umgang mit Waffen durch die Schweizer Bürgerinnen und Bürger ist.

Hier stehen wir nun aber und tragen keine Waffen in der Öffentlichkeit, weil wir dies nach geltendem Recht nicht dürfen und somit auch nicht tun, und fragen uns, wann und wo unschuldige Mitbürgerinnen und Mitbürger ins Visier von Schwerkriminellen und Terroristen gelangen werden ohne sich selbst verteidigen zu können.

Das Parlament kann dies ändern (parlamentarische Initiative 17.415 von NR Jean-Luc Addor, „Waffentragen auch für Bürgerinnen und Bürger“ ), sofern es aus seinem déni de réalité erwacht. Die Bedrohungslage muss endlich erkannt werden und es braucht, nebst der Verstärkung des staatlichen Sicherheitsdispositives im Land und speziell auch an den Grenzen, die Erkenntnis, dass die Bevölkerung ein Teil dieses Dispositives ist und unter den vorgenannten Bedingungen in extremen Notsituationen brutaler Gewaltanschläge tatsächlich in der Lage sein muss -reden wir Klartext:  mit Waffen –  Leib  und Leben verteidigen zu können .

She: https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20170415

 

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